Behandlungsmöglichkeiten

Physiotherapie / Ergotherapie mit Hilfsmittelerprobung orientiert am Alltag

Unter dem Begriff „Physiotherapie“ wird ein weites Feld von Behandlungsmaßnahmen zusammengefasst. Im Wesentlichen ist es Krankengymnastik zur Schmerzlinderung, Erkennung und Behebung von Belastungssituationen im Alltag und Identifizierung und Beseitigung von Defiziten im Bereich der Gelenke und/oder der Muskeln.

In der Neuroorthopädie spielt vor allem die Krankengymnastik auf neurophysiologischer Grundlage (z.B. nach Bobath oder Vojta) eine große Rolle. Krankhafte Bewegungsmuster sollen abgewöhnt und sinnvolle neue erlernt werden.

Die Ergotherapie beschäftigt sich vor allem mit Tätigkeiten des Alltages (ADL) wie An- und Ausziehen, Waschen, Essen und Arbeiten. Komplexe Bewegungsmuster sollen erlernt werden. Wenn Hilfsmittel dazu notwendig sind, dann werden sie konzipiert, erprobt und angepasst.

 

Gips- und Castbehandlungen zur nicht-operativen Korrektur (z.B. Ponseti)

Im Wachstum kann man sich die Behandlung mit Gipsen und Casten zu Nutze machen. Unter Gips („Weißgips“) versteht man den ursprünglichen weißen Kalkgips. Unter Cast werden unterschiedliche Kunststoffe zusammengefasst, die man zur Ruhigstellung nutzen kann. Verwirrung erfährt die Begrifflichkeit manchmal, weil Cast neben dem Wort Brace ein englisches Wort für Gips ist.

Vor allem in der Therapie der Fußfehlstellungen bei Neugeborenen stellt die Gipsbehandlung eine optimale Behandlungsform da. Richtig angewendet, können starke angeborene Fehlformen (Klumpfuß, Plattfuß) vollständig konservativ korrigiert werden. Aber auch neurogene Fehlformen z.B. durch Spastik, lassen sich häufig gut durch Caste behandeln.

Eine Sonderform nimmt die Klumpfußbehandlung nach Ponseti ein. Herr Dr. Diedrichs ist in der Klumpfußbehandlung nach Ponseti zertifiziert und hat seit 2006 Erfahrung mit dieser Methode. [Info]

 

Einlagen, Schuhe, Schienen (Orthesen), Sitzversorgungen, Rollstühle, Steh- und Gehhilfen, Korsette, etc.

Hilfsmittel haben grundsätzlich mehrere Funktionen. Sie sollen schlechte Funktionen verbessern oder ersetzen (z.B. Sitzen, Stehen, Gehen), Schmerzen lindern (z.B. Gehstützen bei Fußschmerzen), Fehlformen korrigieren (z.B. bei Wirbelsäulenverkrümmungen/Skoliose) oder einer Verschlechterung vorbeugen (Prophylaxe).

Es ist gute Erfahrung, das richtige Hilfsmittel zu finden, eine Kunst, es richtig herzustellen und ein Erfolg, es optimal für den Alltag anpassen zu können.

Dr. Diedrichs hat die Möglichkeit, durch verschiedene Orthopädie- und Rehatechniker Hilfsmittel aus den modernsten und innovativsten Materialien anfertigen zu lassen. Wenn notwendig, werden Hilfsmittelmittel auch individuell als maßgefertigte Einzelstücke konstruiert.

Innovative myoelektrische Orthesen/Prothesen, auch funktionelle Elektrostimulation (FES) genannt, kommen mehr und mehr zum Einsatz. Dabei handelt es sich um aktive Orthesen, da durch abgestimmte Stimulation von bestimmten Muskeln ein möglichst physiologischer Bewegungsablauf wieder hergestellt werden kann. Das betrifft sowohl die Beine als auch die Arme.

 

Medikamentös (z.B. Botulinumtoxin oder Baclofen)

Für die Behandlung von Bewegungsstörungen steht eine Reihe von verschiedenen Medikamenten zur Verfügung. Es ist vor allem Aufgabe der Neuropädiater (Kinderneurologen) und der Neurologen (Erwachsenenneurologen), die richtigen Präparate zu finden.

Die Behandlung mit Botulinumtoxin (Botox, Xeomin und Dysport) ist auch Aufgabe der Neuroorthopäden. Diese Medikamente werden gezielt in bestimmte Muskeln gespritzt. Es gehört eine gute Ausbildung und viel Erfahrung dazu, mit diesen Präparaten optimal umgehen zu können. Es gibt keine Abhängigkeit und die Wirkung hält nur einige Monaten an. Bei Bedarf wird dann erneut gespritzt, wobei das Schema den zuvor gemachten Erfahrungen entsprechend angepasst werden sollte.

Für manche Muskeln und manche Patienten muss die Behandlung in Narkose durchgeführt werden. Die überwiegende Mehrzahl an Behandlungen kann allerdings ambulant durchgeführt werden. Die einzelnen Behandlungsstätten unterscheiden sich vor allem in der Art der Analgo-Sedierung (Schmerzbehandlung) während der Behandlung.

Herr Dr. Diedrichs ist zertifizierter Botulinumtoxin-Anwender im Arbeitskreis Botulinumtoxin der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.

Baclofen führt zu einer Entspannung der Muskulatur und Reduzierung der Spastik. Es kann als Tablette eingenommen werden oder als Pumpe in den Bauchraum mit direkter Verbindung zu den Nervenwurzeln im Rückenmark implantiert werden. Die Tablette hat den Vorteil, dass sie unkomplizierter in der Handhabung ist, da die Pumpe durch eine Operation eingesetzt werden muss und ca. alle drei Monate befüllt werden muss. Die Pumpe hat den Vorteil, dass keine Müdigkeit als Nebenwirkung entsteht und dass der Effekt deutlich stärker eingestellt werden kann.

 

Ästhetische Behandlung mit Botulinumtoxin (BoNT) wie z.B. Botox, Xeomin o. Dysport

Viel bekannter als zur Behandlung neurologischer Erkrankungen ist das BoNT für die Behandlung von Falten im Gesicht. Da Falten durch Aktivität von Muskulatur entstehen können (z.B. die sog. Zornesfalte o. "Krähenfüße") kann durch Entspannung der entsprechenden Muskulatur die Haut geglättet werden. Weitere Informationen unter dem Link Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie.

 

Behandlung mit Botulinumtoxin (BoNT) wie z.B. Botox, Xeomin o. Dysport gegen Depressionen

Es wurden Studien durchgeführt, die belegen, dass eine Behandlung der Zornesfalte (Glabellafalte) mit Botulinumtoxin (BoNT) stimmungsaufhellend bei Depressionen wirken. Ausführliche Informationen unter dem Link Medizinische Hochschule Hannover.

 

Elektrische Muskelstimulation (EMS)

Die EMS ist ein modernes Therapie, die gelähmte Muskulatur aktiviert und trainiert. Generell funktioniert die Muskulatur über elektrische Impulse, die über die Nerven übertragen werden. Wenn diese Nerven nicht mehr ausreichend funktionieren, dann verkümmert die Muskulatur und verliert ihre Funktion. Weil es für den Muskel uninteressant ist, ob der elektrische Impuls von außen oder von innen kommt, kann die EMS eine hocheffektive Therapieform darstellen, z.B. zur Aktivierung und Verbesserung der Fußhebung, in dem Rahmen des Bewegungsumfanges des oberen Sprunggelenkes (OSG). Nach der Einweisung dauert das tägliche Training 20 Minuten und ist in den entsprechenden Geräten als Software einprogrammiert.

 

Operationen

Operiert werden sollte in der Neuroorthopädie, wenn die nicht-operativen (konservativen) Maßnahmen ausgereizt sind. Gründe zur Operation sind Fehlstellungen, die einer weiteren Entwicklung im Wege stehen, Schmerzen oder eine abnehmende Pflegefähigkeit. Es ist grundsätzlich ein Unterschied, ob eine Operation wegen angeborener Veränderungen oder aufgrund neurologischer Grunderkrankungen [Info] notwendig wird. Liegt eine neurologische Grunderkrankung vor, so spricht man von funktioneller Chirurgie. Die Korrektur der Funktion durch Muskelreballanzierung steht im Vordergrund.

Bei den Operationen werden Weichteiloperationen von knöchernen Operationen unterschieden. Sehnen- und Muskelverlängerungen gehören zu den Weichteiloperationen. Umstellung von Knochen, wie bei X- oder O-Beinen, gehören zu den knöchernen Operationen. Häufig müssen beide Verfahren miteinander kombiniert werden.

Bei einer operativen Hüfteinrenkung nach Luxation, wie sie z.B. bei der Infantilen Zerebralparese (ICP) vorkommen kann, muss häufig der Oberschenkelknochen umgestellt (Derotierende und varisierende Osteotomie/DVO) und die Pfanne neu gestaltet (Acetabulo-Plastik/AC-Plastik) werden, zusätzlich müssen aber auch die Muskeln (Adduktoren, Psoas, Rectus) entsprechend angepasst werden.

[Info]

Helmtherapie für Säuglinge mit Kopfasymmetrie

Es kann vorkommen, dass Kinder mit erheblich asymmetrischen Kopfformen zur Welt kommen oder diese in den ersten Lebenswochen entwickeln. Nach einer kinderorthopädischen Abklärung der Ursachen könnte eine Helmtherapie in Frage kommen. Dabei ist nicht das Prinzip, dass der Kopf in die richtige Form gepresst wird. Vielmehr ist das Prinzip, dass der Kopf im Helm in die Hohlräume hineinwächst, also schonend ohne Druck, eben im Sinne des Weges des geringsten Widerstandes. Dieser Helm (Kopforthese) wird vom Orthopädietechniker individuell nach Scan angepasst.

Informationen

Dr. med. Volker Diedrichs

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Spezielle orthopädische Chirurgie,
Kinderorthopädie, Manuelle Medizin

Leitender Arzt
Kinder- u. Neuroorthopädie

Technische Orthopädie

imland Klinik Rendsburg

Lilienstr. 20-28
24768 Rendsburg
Tel 04331 200-6101 (10:00 - 12:00)
Fax 04331 200-6110
Homepage
volker.diedrichs@imland.de
Terminbuchung Rendsburg
Terminbuchung Eckernförde

Weitere Sprechstunden an anderen Orten zu erfragen über Telefon oder Mail

SPZ Kinderzentrum Pelzerhaken Neustadt in Holstein
Zum Leuchtturm 4
23730 Neustadt in Holstein
Homepage
Sprechstunde
Terminbuchung

Neurologisches Rehabilitationszentrum Friedehorst gemGmbH
Rotdornallee 64
28787 Bremen
Homepage
Terminbuchung

Video-/ Telefon-Sprechstunde
Sprechstunde

Weitere Informationen

Fragen? Bitte Email an info@bewegungsdoktor.de